Mittwoch, 25. August 2010

Was lange währt ...

... wird endlich - fertig!

Nachdem ich mich ja schon vor geraumer Zeit in Corinnas Onlinefilzschule angemeldet habe und auch regelmäßig Unterlagen erhalte (und lese, jawohl ...), kann ich auch endlich mal was zeigen. Es ist - ich geb' es zu - meine erste Arbeit aus der allerallerersten Lektion. Sticken! Ich finde bestickten Filz soooooo schön und malte mir immer aus, wie herrlich entspannend das sein muss, am Abend noch ein paar Stiche zu sticheln, dabei die Seele baumeln zu lassen und sich anschließend über ein ansprechendes Ergebnis freuen zu können. Bis ich meine erste (sehr kleine und sehr bescheidene) Stickarbeit - die Engelsdose aus dem Adventskurs - begann. In meinen Träumereien vom gemütlichen Stickabend wurden solch schnöde Banalitäten wie meine schlechten Augen, die miserable Beleuchtung, meine Pranken, in denen eine Perle auf Nimmerwiedersehen verschwindet und ein schmerzender Nacken vom schiefen Sitzen im nicht stickfreundlichen Sessel, ausgeblendet. Die Wirklichkeit hat dann allerdings erbarmungslos ihren Scheinwerfer darauf gerichtet.

Trotzdem - ich will sticken - Punkt, nein: Ausrufezeichen.

Und nach langem hin und her habe ich mich entschieden, an Corinnas Kurs teilzunehmen. Von ihrem Blog kannte ich all ihre wunderschönen bestickten Filzarbeiten, da kann man sicherlich was lernen.

Und in der Tat habe ich es doch geschafft, zwei Filzstücke zu besticken. Es war wirklich entspannend und hat Spaß gemacht, auch wenn es ewig gedauert hat. Eine gescheite Brille auf der Nase, zusätzliches Licht nebem dem Sessel und der Verzicht auf Miniperlen - bis jetzt - hat's möglich gemacht. Und natürlich die tollen, inspirierenden Beispiele aus der Anleitung.

Zum Glück ist mir gerade noch rechtzeitig eingefallen, die (fast) leeren Filzstücke noch zu fotografieren, zwecks dem berühmten Vorher-Nachher-Effekt.


















Ursprünglich hatte ich vor, Pulswärmer daraus zu machen, aber da bin ich mir jetzt nicht mehr so sicher, ob ich das möchte. Allerdings sollen die Teile schon zu irgendeinem Gebrauchsgegenstand mutieren. Mal sehen. Hat von Euch jemand eine Idee?























































Ich habe nur ganz wenige, einfache Stiche angewendet. Für den Anfang schien mir das angebracht - der Entspannung wegen ;-).


Donnerstag, 19. August 2010

Kontraste

Ganz zum Schluss - kurz vor dem Aufräumen - habe ich noch diese drei Prototypen eines Windlichtes in der Filzschule gefertigt. Transparenz und Struktur ist ein Thema, das mich beim Filzen gerade sehr beschäftigt. Außerdem wollte ich noch ein kleines Geschenk für meine Schwester und eine liebe Freundin machen (das dritte ist für mich ;-).




Nachdem ich meine Wensleydale zuhause immer noch nicht verfilzt habe, probierte ich es hier aus. Zusammen mit mongolischer Wolle und Kokosfasern.




Die Mongolische hauchdünn zweilagig, dann die Kokosfasern licht ausgelegt und darüber, nur in einer Lage, die Wensleydale.
Das Ganze hat sich schnell verfilzt und auch gut modellieren lassen. Zuhause habe ich nun weiter auf Form gefilzt, passend zum verwendeten Glas. Die Kokosfaser arbeitet sich wieder raus, je mehr man filzt, da sie ja relativ steif ist und nicht schrumpft. Also den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen!





Freitag, 13. August 2010

Ein Schiff wird kommen


Eine Übersicht meiner Arbeiten während der Sommerakademie in der Filzschule Oberrot.



Schiffchen, Blüte oder Samenkapsel ...?










Auf jeden Fall aufnahmebereit. Eine Hülle für viele Gelegenheiten.





Das Gefäß entstand aus einem geschlossenen, ovalen Filzkörper, ist also doppelwandig. Die Form lädt zum Spielen ein und ist ideal für Verwandlungszwecke.



So kurz und fein habe ich noch nie Wolle ausgelegt. Die einzelnen Büschel waren ca. 1,5cm lang. Insgesamt legte ich zwei Schichten. Die zweite wurde, bis auf einen schmalen Rand, schwarz-weiß gescheckt. So blieb nur der Rand der Schale einfarbig türkis. Eine langwierige, aber sehr meditative Aufgabe.

Mittwoch, 11. August 2010

Ein Fest der Inspiration

So, nun wird es mal Zeit, von den erlebnisreichen und eindrucksstarken Tagen (und Nächten) in der Filzschule Oberrot zu berichten.
Zwei Wochen lang drehte sich in der Sommerakademie alles ums Filzen und 12 Kursteilnehmerinnen drehten sich, unter der Anleitung von Inge Bauer und Claudia U. Gemein, mit.
Besser hätten wir es nicht treffen können. Beide Textilkünstlerinnen beschreiten jeweils ihren ganz eigenen Weg im Bereich des Filzens. Die unterschiedliche Thematik ihres Filzschaffens bedingt verschiedene Vorgehensweisen und wir durften nun beide kennenlernen. Im Wechsel arbeiteten wir einmal mit Claudia, einmal mit Inge.
Die Technik des Herstellens von dicken, festen Filzen, wie man sie z.B. für Teppiche braucht, übten wir mit Claudia an einem Sitzkissen. Ihre jahrelange praktische Erfahrung in der traditionellen Fertigung von Teppichen in der Türkei hat uns einen tiefen Einblick in dieses alte, faszinierende Handwerk gegeben.
Mit Inge schwelgten wir in Wolle und Stoffen, lernten unglaublich viel über Nunofilz und freuten uns über weiche, dünne, fließende Filzkreationen. Es entstanden einmalige und unglaublich schöne Jacken, Mäntel, Kleider, Tops, etc. Jedes Teil einzigartig, wie seine Schöpferin. Auch hier war Inges langjährige Spezialisierung auf Kleidung für uns ein großes Geschenk.

Neben den Powerfrauen Inge und Claudia machten elf phantasie- und humorvolle, filzbegeisterte Mitstreiterinnen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und den USA diese zwei Wochen für mich zu einem unglaublichen Erlebnis. Es wurde bis in die Nacht hinein entworfen, ausprobiert, verworfen, gegrübelt, mit Seife und Wasser gepanscht, gerollt, geknetet und auch geächzt und gestöhnt. Aber vorallem: gelacht! Vielen Dank Euch allen, Ihr seid großartig!

Und auch ein herzliches Dankeschön an Familie Fritz, die all dies im Rahmen ihrer Firma Wollknoll möglich macht! Die uns auf unkomplizierte Art und Weise unsere Wünsche erfüllte, nicht nur, was das Material betraf, sondern auch was das leibliche Wohl anging. Tochter Stefanie bekochte uns erstklassig und variantenreich und Sonja Fritz lächelte selbst noch, als wir sie zum gefühlten tausendstenmal zum Notfall "Kaffeemaschine" riefen.

Hier nun ein paar fotografische Eindrücke von der herrlichen, ländlichen Umgebung. Bilder meiner Arbeiten folgen noch.




Das war der herrliche Ausblick aus meinem Zimmer bei Doris und Jürgen.






Die unmittelbare Umgebung der Werkstatt ...





... mit dem Eingang zu den Unterkünften von Wollknoll.
























Wie man sieht, ließen wir es uns gutgehen.