Mittwoch, 14. Juli 2010

Kurz vor knapp ...

... ist die Puste ausgegangen.
Leider haben wir es vor den Ferien nicht mehr geschafft, die Filzarbeiten fertig zu stellen. A. hatte noch mit einem anderen Projekt zu tun und bei F. hat sich bewahrheitet, was ich befürchtet hatte: die gelbe Vorfilzkordel verbindet sich nicht mit der Fläche und das schwarze Vlies stellt sich ebenfalls etwas zickig an.


So musste F. zu Nadel und Faden greifen und alles fixieren. Dazu hatte er überhaupt keine Lust, was ich seeeehr gut verstehen kann. Aber trotzdem lächelt er auf allen Bildern - tolle Kerle hab' ich da in meiner Klasse! Nach den Ferien wird gewalkt und gewalkt und ... gebetet. Apropos: mit allen anderen Schülern habe ich zu Beginn den mongolischen Filzspruch gesprochen. Irgendwie haben wir das hier versäumt. Tja ...

Bei A. geht's auch vorwärts. Das wird eine wunderschöne, farbenfrohe Tasche.

Hier gab's mit dem Vorfilz keinerlei Probleme. Alles aus der gleichen Wolle - funktioniert halt doch besser. A. konnte alles gerade noch so gut verfilzen, dass ich die Seife ausspülen konnte. Nun warten beide Teile auf dem Wäscheständer auf das große Finale nach den Ferien. Was für eine Woll-Karriere!


Dienstag, 22. Juni 2010

Was wäre ich bloß ...

... ohne meine Schüler? Gut, dass sie mir manchmal auf die Sprünge helfen. A. hatte die Idee, den Werdegang ihrer Arbeiten auf meinem Blog zu zeigen.
Dann fangen wir mal an:

A. macht eine Schultertasche in Rottönen. Als Muster hat er drei Buchstaben gewählt, für die er hier die Wolle für den Vorfilz ausgelegt hat. Tja, der Kammzug hat so seine Tücken und als Übung für das Auslegen der Tasche ist so ein Vorfilz ideal.





Dann ging's los. Wasser, Seife und reiben, reiben, reiben ...
Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ziemlich gleichmäßig gearbeitet, gab es kaum dünne Stellen.




Heute wurde dann die Schablone für die Buchstaben gefertigt und A. hat die Buchstaben aus dem Vorfilz geschnitten. Der Papierkreis zeigt die zukünftige Taschenform: rund mit einer Klappe zum Schließen.
Morgen machen wir die Trennschablone und dann geht's ran an den Henkel.



Auch F. hat kräftige Farben gewählt. Er hat ein Weilchen in meinen wunderbaren Filzbüchern geblättert, sich in die mongolischen Muster verguckt und verkündet, dass er ein Kissen machen möchte. Das ist sein Entwurf.




Der Vorfilz wurde aus Merinovlies gelegt. Das war gar nicht so einfach, denn bald konnte F. nicht mehr erkennen, wieviel Schichten er schon hatte.





Dann kam der entspannende Teil der Arbeit. - Ich glaube, F. war da anderer Meinung ;-).





"Anprobe": irgendwie hat die Wolle immer den Drang, sich auszubreiten. Aber besser, als andersrum.




Eine kniffelige Arbeit, doch F. meistert das!









Und nun erneut die ultimative Geduldsprobe: 4 Lagen extrafeine Merinowolle (schließlich soll das Kissen ja kuschelig sein) stellen
F. auf eine harte Probe, aber er bleibt cool
(im Gegensatz zu mir ...).
Morgen geht's weiter. Schablone ist schon drauf, Überstand umgeschlagen und "auf ein Neues"!

Montag, 3. Mai 2010

Vom Schal zur Schale

So habe ich mich denn vom Schal verabschiedet und mich an meiner ersten Schale versucht.















Eigentlich wollte ich meinen ersten Schalenversuch immer als Hohlform herstellen - mit Hüten habe ich ja Erfahrung ;-) - aber der Verlauf des Kammzuges legte es dann doch nahe, von der Kreisfläche aus zu arbeiten.
80 Zentimeter Durchmesser Wolle fasste mein Tisch, dann war Ende. Und los ging die Schufterei: die Mitte des Kreises (also den Boden der Schale) hatte ich deutlich mit schwarzem Vlies verdickt und lange glaubte ich, diese Beulen und Falten nicht mehr platt zu kriegen. Würde sich die unterschiedliche Wolle überhaupt verbinden?






Sie hat! Nach mir endlos scheinendem Walken bekam der Kreis auch die Form einer Schale und alles war gut. Fast!
Zwischen die Schicht mit dem Verlaufskammzug und dem weinroten Vlies der Unterseite legte ich noch roten Kammzug. Der hat sich durch das laaaaange Walken dann so nach oben durchgearbeitet, dass der Verlauf  von grün über gelb nach orange und rot nun nicht mehr so schön zu erkennen ist. Das Gold-Grün-Gelb wurde vom Rot durchwandert und nun kommt nach grün gleich orange. Schade!
Aber s'näkscht mol ben i gescheider, gell!




Die Schale hat jetzt noch einen Durchmesser von 45cm (davon 20cm Boden) und wiegt gerade mal 300g.

Donnerstag, 29. April 2010

Sundown



Mein Färbeergebnis vom Sonntag. Wieder habe ich die gelbe extrafeine Merinowolle überfärbt, diesmal direkt im Kammzug. Es freut mich, dass das so gut geht, denn mit dem puren Gelb kann ich mich nicht anfreunden.

Das sind 170g und ich hätte noch einiges mehr in meine Schüssel gebracht, die in die Mikrowelle passt. Allerdings bin ich auch etwas anders vorgegangen, als Gabriele Breuer in ihrem Buch beschreibt. Ich habe nicht in Frischhaltefolie eingewickelt, sondern nur zwischen die einzelnen Lagen Folie gelegt. Dadurch sitzt die Wolle viel dichter zusammen. Allerdings sind die Farben dann nicht mehr so akkurat getrennt und es kann zu Abfärbungen kommen. Aber in diesem Falle war mir das egal. Der Kammzug wird auch etwas mehr beansprucht, als beim vorsichtigen Bemalen und ich hoffe, er hat es mir nicht übel genommen.

Die Farbe habe ich z T. schon verdünnt, aber ich glaube, da ist noch mehr möglich. Für pastellige, goldene Töne kann ich mir gut vorstellen, das Gelb nicht so zu übertünchen.
Jetzt fehlt mir nur noch eine Idee, wie ich sie verarbeiten soll, damit ich mal die Filzeigenschaften nach dem Färben prüfen kann. Vom Farbverlauf her würde mir ein hauchdünner Schal gut gefallen, aber angesichts des (endlich!!!) schönen und warmen Wetters mag ich nicht so recht.

Sonntag, 25. April 2010

Blau gemacht

Gestern hatte ich nach Monaten mal wieder Lust zum Färben. Die Farben waren eh schon angerührt und mussten/müssen schleunigst aufgebraucht werden.

In natur hatte ich nur noch Merino/Seide-Mischung oder Wensleydale als Kammzug zur Auswahl. Ich entschied mich für die Wensleydale, da ich bißchen experimentieren wollte und mir die Seide-Mischung zu kostbar war.
Nun ist die Wensleydale auch nicht billig, also eigentlich kein Argument. Aber was ich nicht bedachte: ich habe noch nie mit dieser Wolle gefilzt und nur hin und wieder gelesen, dass sie schwer zu filzen sei. Nach dem Färben wird das sicher NICHT besser. Das wäre ein Argument gewesen, die Seidemischung zu wählen.
Schließlich habe ich auch noch nie gefärbte Wensleydale im Kammzug zu kaufen gesehen. Das ist mir aber erst wieder eingefallen, als ich die ungefärbte Wolle nach dem Einweichen aus dem Becken holte. Sie schien mir schon jetzt etwas verfilzt. Und tatsächlich ist sie während der Färbeprozedur noch ein bißchen angefilzt.

Jetzt gefällt sie mir sehr gut, aber ich bin gespannt, wie sich das Färben auf ihr Filzverhalten ausgewirkt hat.


Nach dem Spülen im Becken


Getrocknet und gewickelt

Ich habe diese Farbpalette gewählt, weil ich eventuell beim "2. Internationalen Filztag" teilnehmen möchte, wo die Farben auf gelb-grün-blau beschränkt sind. (Außerdem liebe ich diese Blau-Grün-Mischungen, wie praktisch).
Allerdings finde ich keine Infos dazu und mein Englisch ist auch nicht das Beste. Es gibt zwar Beiträge auf facebook, aber die betreffen nicht den Ablauf der Aktion. Kann mir vielleicht jemand weiterhelfen, der letztes Jahr schon teilgenommen hat?
Ich glaube es soweit verstanden zu haben, dass man eine (x-beliebige?) Filzarbeit zum Farbthema anfertigt und dann (nur?) Fotos davon an die Veranstalterinnen schickt. Anzahl der Werke begrenzt? 

So, und nun geht's wieder zu den Farbtöpfen, Blau ist allerdings aufgebraucht. Aber andere Farben sind auch schön, gelle?

Samstag, 17. April 2010

Abtauchen

... soll man kind mit leisen Spieluhrklängen und diesen Phantasie-Unterwasser-Wesen, die zusammen mit der Schnur der Spieluhr sacht nach oben, hin zur großen Meduse, treiben.

Der Babypapa hat mir erzählt, dass es hervorragend klappt mit dem Abtauchen (meinte er jetzt sich oder das Töchterchen?), auch wenn er bei dem "Gebilde" in eine ganz andere Richtung dachte. So sind sie halt, die Erwachsenen: müssen sich bei allem immer gleich was denken.




Die Bildqualität ist leider nicht so toll. Der Hintergrund war so unruhig und ich musste ihn etwas manipulieren..

Donnerstag, 8. April 2010

Aus der Versenkung ans Licht

Kaum machen die ersten anhaltenden Sonnenstrahlen alles freundlich und hell, da trauen sich auch schon wunderliche Gestalten aus ihrer Versenkung heraus.


  Guckguck ...
   Niemand da?







HALLLOOOO???
 





























  Hast Du das gehört? 
  Ich bin doch nicht taub!            Tsss, junges Gemüse!
        

Quatsch mich nicht so von oben herab an!


Phh, dann geh ich halt wieder.
Kein Respekt mehr vor dem Alter.
























Sagte ich "freundlich und hell" ?

Der leicht angegraute Knabe ist wirklich der Älteste in der Sippe und gleichzeitig Prototyp. Um meine Schablone zu testen, habe ich grobe Moorschnucke verwendet (der Schwabe lässt grüßen), die ich ziemlich dick und lieblos schnell aufgelegt habe. Zeit war nämlich auch keine, aber ich wollte nun unbedingt wissen, ob meine Schablone funktioniert. So ist eben der ganze Kerl etwas grobschlächtig geworden, in jeder Hinsicht.

Die rosa Mimose folgte bald darauf und durfte bereits aus extrafeiner Merinowolle im Vlies gedeihen. Ein zart besaitetes Seelchen eben.

Und das blaue Trompetenmaul musste mal wieder für Versuche herhalten. Eine anders zugeschnittene Schablone wartete auf ihren Eignungstest und erwies sich als durchaus praktisch. Vielleicht deshalb die leichte Tendenz zum Aufmerksamkeit heischenden und dennoch liebenswerten Egozentriker.
Er ist robust und widerstandsfähig, wie die feine Merinowolle (Kammzug), aus der er gemacht ist.

Donnerstag, 1. April 2010

Vorhang zu - es schneit




Die sonnigen Tage der letzten Woche haben die Struktur meines Fensterkleides schön zur Geltung gebracht. Doch heute schneit's schon wieder! So freue ich mich an dem wollig warmen Blickfang in meinem kühl gefliesten Badezimmer.

Aus extrafeinem Merinovlies und drei schönen Kammzügen in natur, mittelbraun und schwarzbraun. Leider weiß ich nicht, von welchen Schäfchen sie sind.

Freitag, 26. März 2010

Frühling und Engel

Draußen beginnt es endlich zu blühen, erste Farbe zeigt sich, wenn auch sparsam und ich komme nun mit Engeln aus Filz und nicht mit Osterhasen aus Schokolade!
Wenn auch in der Adventszeit geboren, waren sie als Wegbegleiter für schwere Zeiten und als Schutzengel gedacht. Zum Glück sind Engel keine "Saisonarbeiter". Sie sind immer im Einsatz, so natürlich auch an Ostern:

„Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Und seine Erscheinung war wie ein Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee."

Matthäus 28

Diese Engelschale ist in Corinnas Advents-Onlinekurs entstanden.







Und er (oder sie?) wacht über meinen kleinen Neffen.

 













Ein frohes Osterfest wünsche ich Allen!

Sonntag, 21. März 2010

Es geht bunt zu

Was aus einem Teil dieser Blüten geworden ist, kann man HIER und DORT sehen.
Zwar sind sie schon vor langer Zeit erblüht, aber Filz welkt ja zum Glück nicht. Ich brauche einfach gerade Farbe im Blog, es regnet nämlich schon wieder. (Na ja, immerhin ist es kein Schnee mehr ...).

Diese magnetische Blütenpracht ist sehr vielseitig, aber sie ist hauptsächlich ein Kind meiner Faulheit: es ist viel lustiger, seine Handtücher an Filzblumen aufzuhängen, als in der Ecke zu sitzen und abgerissene Schlaufen wieder an die Tücher zu nähen. Es lebe die Fau ..., äh - Kreativität!